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Montag, 09. Februar 2026Eis und Schnee: Räumen wie die Schornsteinfeger

Ganz Deutschland rutscht und schlittert. FUSS e.V. hat Vorschläge, Gehwege effizienter zu räumen und fordert, Fußgängerstürze systematisch zu zählen, was bisher nicht geschieht. Mit dem Thema hat der Verein ins Schwarze getroffen – viele Menschen sind betroffen, viele Menschen hat es interessiert, dementsprechend groß war das Medieninteresse.

Von Schnee und Glatteis freie Wege sind im Winter noch wichtiger als freie Fahrbahnen und Radwege. Während es beim Glätteunfällen mit dem Auto meist bei Blechschäden bleibt, werden Menschen zu Fuß oft schwer verletzt. Besonders Ältere sind gefährdet; oft führt schon ein kleiner Ausrutscher zum Bruch des Hüftgelenks, der bei vielen nie mehr heilt. Viele ältere Menschen trauen sich deshalb nicht vor die Tür; nicht geräumte Gehwege machen sie komplett immobil. Wichtig für alle: Keinesfalls darf Schnee von der Fahrbahn auf Gehwege geschoben werden. Das macht ausgerechnet den Schwächsten das Leben im Winter noch schwerer.

Der Fachverband FUSS e.V. schlägt daher vor, das Räumen und Streuen von Gehwegen wie bei Schornsteinfegern in Kehrbezirken zu organisieren. Heute ist es in Deutschland schlecht geregelt. Verantwortlich sind die Hauseigentümer und -verwaltungen. Aber vor allem in anonymen Stadtgebieten funktioniert das oft nicht. Viele beauftragen Räumdienste – oft jeder Nachbar einen anderen. Die Einsatzorte sind dann über die Stadt verstreut. Die Folge: Einen Großteil der Zeit fahren die Räumdienste nur herum, statt zu räumen.

In Kehrbezirken wie bei Schornsteinfegern wäre jeder Räumdienst für die Gehwege in einem festgelegten Gebiet zuständig. Eigentümer dort müssen ihn nehmen; die Tarife sind fest. So werden Personal und Räumkräfte viel effizienter eingesetzt. Schnee und Eis sind schneller weg; die Kosten dafür sind niedriger. Bei klarer Zuständigkeit wüsste auch jeder sofort, wer verantwortlich ist und womöglich in seinem Revier versagt hat. Die Ordnungsämter könnten dann auch leichter Bußgelder verhängen.

Eine weitere Absurdität: Niemand weiß, wie viele Menschen in diesen Tagen auf glatten Gehwegen ausrutschen und sich verletzten – denn es wird amtlich nicht gezählt. Als statistik-würdiger Verkehrsunfall gilt nur etwas, worin mindestens ein Fahrzeug verwickelt ist. „Alleinunfälle“ mit Auto, Fahrrad oder Motorrad werden erfasst – Alleinunfälle zu Fuß nicht. FUSS e.V. fordert: Auch sie müssen gezählt und statistisch ausgewiesen werden. Nur so entsteht der nötige Druck, um künftig auch Gehwege im Winter von Eis und Schnee zu befreien.


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